Behandlungsbereiche

Die Ziele der logopädischen Therapie sind, Störungen der Stimme, der Sprache, des Redeflusses, der Artikulation und des Schluckens zu verbessern oder zu beheben, um die Lebensqualität zu erhöhen und die soziale Integration zu erleichtern.

Die Zielsetzungen variieren je nach Patient und seinem Störungsbild. Wichtig ist dabei die aktive Mitarbeit des Patienten, unter Berücksichtigung seines familiären Umfeldes und seiner Lebenssituation.

Eine erfolgreiche Therapie bedeutet eine Erweiterung der kommunikativen Kompetenzen und somit Stärkung des Selbstvertrauens und der Beziehungsfähigkeit.

Kindliche Sprachentwicklungsstörungen

Bei Sprachentwicklungsstörungen zeigen sich Auffälligkeiten in mehreren sprachlichen Bereichen wie zum Beispiel in Artikulation, Grammatik, Wortschatz und Auditive Wahrnehmung. Der Störungsgrad der Auffälligkeiten kann dabei unterschiedlich ausgeprägt sein.

Artikulationsstörungen (Dyslalie)

Störungen in der Aussprache. Das Kind kann einzelne Laute oder Lautverbindungen nicht korrekt sprechen oder bilden. Es vertauscht ähnlich klingende Laute wie „t“ und „d“ / „k“ und „g“, lässt Laute aus oder ersetzt sie durch andere, z.B. „Tinderdarten“ statt „Kindergarten“ oder „Zitone“ statt „Zitrone“. Diese Störung kann motorisch (Phonetische Störung) bedingt sein, d.h. das Kind kann die Laute nicht bilden und / oder auditiv (Phonologische Störung) bedingt sein, d.h. das Kind nimmt den Unterschied zwischen Lauten nicht wahr.
In der Therapie werden die motorischen und sensorischen Voraussetzungen zur Verbesserung der Artikulation geschaffen. Bei Bedarf wird die Zungen- und Mundmotorik verbessert und die Fähigkeit, Laute zu unterscheiden, trainiert.

Dysgrammatismus

Störungen im Erwerb und Gebrauch des grammatischen Regelsystems. Wörter und Sätze werden nicht korrekt bildet, d.h. Endungen von Wörtern, grammatikalische Beziehungen im Satzbau (Kongruenz), Pluralbildung, Artikelbildung u.s.w. sind betroffen. Wörter oder Satzteile werden ausgelassen oder an der falschen Stelle im Satz platziert.In der Therapie erfolgt die Hinführung zu einem altersgerechtem Aufbau und Struktur von Satzbau und Grammatik.

Semantische Störungen (eingeschränkter Wortschatz)

Das Kind kennt Begriffe nicht und kann viele Dinge noch nicht altersgerecht benennen. Der Wortschatz ist auffallend verringert, so dass es zu Problemen in der Kommunikation kommt. Diese Störung tritt normalerweise nicht isoliert auf, sondern kombiniert mit einer Lautstörung oder Störungen in der Grammatik. In der Therapie wird der aktive und passive Wortschatz aufgebaut und erweitert.

Auditive Wahrnehmung- und Verarbeitungsstörungen

Das Kind hat Probleme bei der Hörverarbeitung und Speicherung von Informationen trotz eines unauffälligen Hörbefundes. Das heißt, dass Hörorgan ist gesund, die Schwierigkeiten sind zentral bedingt. Es können Schwierigkeiten bei der Geräusch-erkennung, Richtungshören, Hör-Merk-Spanne, Lautdifferenzierung u.s.w. auftreten. Des Weiteren kann das Verstehen von Sprachinhalten gestört sein (Störungen des Sprachverständnisses). In der Therapie werden die auditive Aufmerksamkeit und die Verarbeitung gefördert und trainiert.

Sprachverständnisstörungen

Die Bedeutung von Wörtern oder Sätzen wird bei intaktem Gehör nicht verständen. Dieses Störungsbild tritt in der Regel nicht isoliert auf, sonder ist Teil ein Sprachentwicklungsstörung. In der Therapie wird das Sprachverständnis geschult und erweitert. Siehe auch Auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen.

Stottern

Unterbrechungen des Redeflusses zum Beispiel durch Wiederholungen von Lauten, Silben, Wörtern und Satzteilen. Dehnungen von Lauten und / oder Blockaden bei Wörtern mit oder ohne körperliche Verkrampfungen und Mitbewegungen. Oft treten Begleitsymptome wie Sprechangst, Vermeideverhalten und die Nutzung von Füllwörtern auf.
Im Alter von 2-5 Jahren zeigen einige Kinder so genannte „entwicklungsbedingte Unflüssigkeiten“, die oft von alleine wieder vorübergehen. Warum sich bei manchen Menschen ein Stottern manifestiert, ist nicht eindeutig geklärt. Es hängt von mehreren Faktoren ab und man geht davon aus, dass dabei körperliche und / oder seelische Ursachen sowie das soziale Umfeld eine Rolle bei der Entstehung eines Stotterns spielen. Art und Ausmaß des Stotterns sind oft situationsabhängig und können je nach Situation und Kommunikationspartner schwanken und sich verändern.
In der Therapie spielt die intensive Beratung und Begleitung der Eltern eine zentrale Rolle. Des Weiteren können Inhalte der Therapie die Förderung der Sprechfreude sein, die Förderung der Körperwahrnehmung, Tonusregulierung der Gesamtkörperspannung und im orofacialen Bereich, der Erwerb von Atem- und Sprechtechniken.

Poltern

Störung des Redeflusses durch überhastetes Sprechen mit wenigen Pausen, undeutliche Aussprache, Nuscheln, ungeordnete Erzählweise. In der Therapie wird an der Eigenwahrnehmung gearbeitet, ein großer Bestandteil ist die Reduzierung des Sprechtempos sowie die genaue Aussprache.

Rhinophonie (Näseln) / Lippen-Kiefer-Gaumenspalten

Es wird unterschieden zwischen Geschlossenem Näseln (klingt verschnupft, der Luftstrom kommt verstärkt durch den Mund statt durch die Nase; die Nasallaute [M], [N], [G] sind betroffen) und Offenem Näseln (bei allen Lauten entweicht zuviel Luft durch die Nase anstatt durch den Mund; diese Sprechstörung findet man insbesondere im Zusammenhang mit Lippen-, Kiefer-, und Gaumenspalten).
Die Therapie bei Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten kann sich über Jahre hinweg bis zum Erwachsenenalter erstrecken. So ist in den ersten Lebenstagen /- monaten die Anpassung einer individuellen Gaumenplatte und damit das Erreichen einen bestmöglichen Saug- und Schluckfunktion vorrangig. Im weiteren Verlauf erfolgen Operationen, die dem Patienten ein ästhetisches Erscheinungsbild sowie eine normale Atmungs-, Sprech-, Hör- und Kaufunktion ermöglichen sollen. Während dieser Zeit ist die Beratung und Begleitung der Eltern ein wichtiger Bestandteil. Weiterhin ist die logopädische Behandlung notwendig, um die richtige Lautbildung und das Sprechen zu erlernen.

Myofunktionelle Störungen

Bei einer Myofunktionelle Störung liegt ein fehlerhaftes Schluckmuster vor. Sehr oft kommen in Verbindung damit auch Artikulationsstörungen und Zahn- und Kieferfehlstellungen vor. Die Zunge drückt bei jedem Schluckakt gegen die Zähne und verformt dadurch die Zahnstellung. Ursachen hierfür können Lutschgewohnheiten (Nuckel, Daumen), mangelndes Training der orofacialen Muskulatur bereits im Kindesalter (z.B.: durch zu weiche Kost), Mundatmung durch häufige Infekte sein. In der Regel findet die Myofunktionelle Therapie begleitend zur Kieferorthopädischen und / oder Kieferchirurgischen Behandlung statt.

Hörstörungen / Cochlear-Implantat

Bei organischen Hörstörungen, also bei Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit, können durch medizinische Geräte wie Hörgeräte oder Cochlear-Implantate die Hörfähigkeit und damit die Sprachfähigkeit erhalten werden.
Für eine Optimierung der Leistungen ist ein Hörtraining für den Patienten wichtig, um die neuen, erst einmal ungewohnten Höreindrücke richtig zuzuordnen und die Sprachlaute zu erkennen und zu unterscheiden. Parallel dazu erfolgt die Förderung der Sprachproduktion in Form von Artikulationsübungen, Wortschatzaufbau und Förderung der Grammatik.

Mutismus

Mutismus ist eine Kommunikationsstörung bei intaktem Gehör und intakten Sprechorganen. Meistens sind Kinder im Vorschulalter betroffen. Die Kinder sprechen gar nicht oder nur bei bestimmten Menschen in bestimmten Situationen.
In der Therapie sind die Stärkung des Selbstbewusstseins und die Förderung der Sprechfreude vorrangig, um dem Kind das positive Erleben sprachlicher Situationen zu ermöglichen. Eine begleitende psychologische Behandlung kann bei diesem Störungsbild von Vorteil sein.

Sprachstörungen im Zusammenhang mit Behinderungen (z.B. Trisomie 21)

Bei körperlichen oder geistigen Behinderung können je nach Erkrankung auch Störungen in der Sprachentwicklung auftreten oder entstehen. Die Sprachfähigkeiten auszubauen oder bestmöglich zu erhalten, ist das Ziel der logopädischen Behandlung. Des Weiteren ist bei bestimmten Erkrankungen des Zentralen Nervensystems die Verbesserung oder die Aufrechterhaltung der Saug-, Schluck- und Atemfunktionen indiziert.

Störungen des Lesens und des Schreibens

Die Patienten haben Probleme mit der Umsetzung der gesprochenen zur geschriebenen Sprache und umgekehrt. Meist liegt die Ursache im Bereich der auditiven und visuellen Wahrnehmung.
In der logopädischen Therapie werden die verschiedenen Bereiche der auditiven Wahrnehmung gefördert und trainiert, z.B. Übungen zur Geräuschdifferenzierung, Silbentraining, Reimen, Lautanalyse und -synthese, Lautdifferenzierung, Verbesserung der Hör-Merk-Spanne u.s.w (siehe auch Auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen).

Dysphonien (Stimmstörungen)

Störungen der Stimmfunktion, die durch eine Erkrankung oder Funktionsstörung des Kehlkopfes verursacht werden. Es gibt Hyper- und Hypofunktionelle Dysphonien. Bei beiden Störungsbildern können Störungen des Stimmklanges (Heiserkeit), Verminderung der stimmlichen Leistungsfähigkeit, Räusperzwang, Missempfindungen im Halsbereich auftreten. Die Ursachen können organisch, funktionell und psychogen bedingt sein. Zur genauen Abklärung ist eine umfassende medizinische Diagnostik nötig, die eine genaue Untersuchung des Kehlkopfes anhand einer Laryngoskopie und Stroboskopie beinhaltet, sowie eine ausführliche logopädische Diagnostik in Form eines auditiven Stimmbefundes der Sprech- und Singstimme. Um den ganzheitlichen Aspekt einer Stimmtherapie abzurunden, ist die Einbeziehung der persönlichen Lebenssituation des Patienten von großer Bedeutung, denn „Stimme bestimmt die Stimmung“.
Beispiele: Funktionelle Stimmstörungen können durch Fehlbelastungen der Stimme und der stimmgebenden Organe entstehen, z.B. ein Lehrer, der sich mit einer lauten, angestrengten Stimme gegen den Geräuschpegel in der Klasse durchsetzen muss.
Organische Stimmstörungen können durch Erkrankungen oder Operationen an den an der Stimmgebung beteiligten Organe wie Kehlkopf, Stimmlippen, Lunge, Kehlkopfnerven entstehen, z.B. Stimmbandlähmung nach einer Schilddrüsenoperation.
In der Therapie soll eine physiologische Stimmgebung erarbeitet werden, basierend auf Körperwahrnehmungsübungen und der Tonus- und Atemregulierung. Die Behandlung kann mit oder ohne Reizstromgerät erfolgen. (Laryngoton)

Störungen der Aussprache

Auch bei Erwachsenen ist eine Behandlung der Artikulation möglich, z.B. beim „Lispeln“. Dabei wird der korrekte Laut erarbeitet und der Transfer in die Spontansprache geübt, in Form von Leseübungen, Rollenspielen, Telefonieren, Sprechen und Stress u.s.w.

Aphasie

Zentrale Sprachstörung aufgrund einer Hirnschädigung nach abgeschlossenem Spracherwerb, z.B. Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma. Dabei können die sprachlichen Modalitäten Sprechen, Verstehen, Lesen, Schreiben in unterschiedlicher Ausprägung betroffen sein. Zentrale Sprachstörungen sind in keinem Fall „geistigen Behinderungen“. Der Zugriff auf die zentralen Verarbeitungsstellen im Gehirn ist gestört und behindert so den Patienten in seinen expressiven und rezeptiven Sprachleistungen. Je nach dem welches Areal im Gehirn von der Läsion betroffen ist, unterscheidet man verschiedene Aphasieformen mit verschiedenen Symptomen.
Für die Therapie ist es wichtig, die jeweilige Aphasieform mit spezifischen Methoden zu behandeln. Der Aufbau des Sprachverständnisses, von aktivem und passivem Wortschatz, die Förderung der rezeptiven Sprachleistungen ist elementarer Bestandteil der Therapie.
Des Weiteren können aphasischen Störungen enorme Auswirkungen auf das Leben des Patienten und auf sein psycho-soziales Umfeld haben. Daher ist die Beratung und Begleitung der Angehörigen, die Vermittlung von Selbsthilfegruppen ein weiterer Bereich in der Aphasietherapie.
Darüber hinaus können sich andere Therapieformen wie Bewegungstherapie, Musiktherapie, Kunsttherapie positiv auf den Verlauf der Behandlung auswirken.

Sprechapraxie

Neurogene Sprechstörung aufgrund einer Hirnschädigung. Dabei ist die Fähigkeit gestört, die Stellung der Sprechmuskulatur für die willkürliche Produktion von Lauten und die Reihenfolge der Muskelbewegungen, die für die Produktion von Worten nötig sind, zu programmieren. Die Vermittlung von Raum- und Zeitvorstellungen für Artikulationsbewegungen ist ein wichtiger Bestandteil in der Therapie bei einer Sprechapraxie.

Dysarthrie

Zentral bedingte Störung des Sprechens, durch erworbene Schädigungen des Gehirns oder der Hirnnerven, z.B. nach Schlaganfällen, aber auch neurologischen Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Chorea Huntington. Es können die Steuerung oder die Ausführung von Sprechbewegungen eingeschränkt sein, ohne dass eine Störung der Sprachfähigkeit oder des Denkens besteht. Die Artikulation kann ungenau und verwaschen klingen bis hin zur vollkommenen Unverständlichkeit. Die bei dieser Störung betroffenen Funktionen sind die Artikulationsorgane (Lippen, Zunge, Kiefer, Gaumensegel), die Atmung und der Kehlkopf.
In der Therapie wird gezielt am Aufbau von motorischen Bewegungen gearbeitet und dadurch an der Verbesserung der Artikulation.

Facialisparesen

Gesichtslähmungen, bei der die mimische Muskulatur einer oder beider Gesichtsseiten geschwächt oder vollkommen gelähmt sein kann. Dadurch ist ein kompletter Mundschluss kaum möglich, was die Nahrungsaufnahme und die genaue Artikulation sehr erschwert.
Zunächst muss die Grunderkrankung behandelt werden (bei Viren oder Entzündungen). Beim Auftreten der Facialisparese innerhalb einer neurologischen Erkrankung, sind Anwendungen zur Steigerung der Sensibilität im betroffen Gesichtsbereich (z.B. durch Eis) und das Trainieren der Muskulatur durch gezielte motorische Übungen angezeigt.

Stottern

Unterbrechungen des Redeflusses zum Beispiel durch Wiederholungen von Lauten, Silben, Wörtern und Satzteilen. Dehnungen von Lauten und / oder Blockaden bei Wörtern mit oder ohne körperliche Verkrampfungen und Mitbewegungen. Oft treten Begleitsymptome wie Sprechangst, Vermeideverhalten und die Nutzung von Füllwörtern auf. Mit diesen Sprechauffälligkeiten gehen häufig eine ungünstige Atemtechnik und eine Fehlkoordination der am Sprechablauf beteiligten Muskelgruppen einher. In der Therapie wird zunächst das Stottern und die auslösenden Reize mit dem Patienten beobachtet und herausgearbeitet. Die motorischen Abläufe des Sprechvorgangs sowie die individuellen Hilfsmechanismen des Patienten werden gemeinsam untersucht. So kann der Patient erfahren, dass sein Stottern ein gestörter Ablauf in der Koordination von Atem-, Sprech- und Stimm-Muskeln ist, der von ihm sehr verändert werden kann. Auch ist es wichtig, herauszufinden, welche Reize das Stottern auslösen. Im Gegensatz zum beginnenden Stottern bei Kindern sind beim erwachsenen Stotterer Sprechängste konditioniert, d.h. in Erwartung bestimmter Worte oder Laute, bei bestimmten Gesprächspartnern oder in bestimmten Situationen wird Stottern als unausweichliche Begleiterscheinung erwartet und ein Vermeidungsverhalten praktiziert. Der Patient soll in der Therapie Mechanismen erlernen, mit denen er auch bei einem schweren Stotter-ereignis seine Symptomatik so weit verändern kann, dass er in der Lage ist, seinen Satz zu Ende sprechen. Mit jedem gelungenen Ausgang aus einem Stotterereignis gewinnt der Patient an Selbstvertrauen und wird häufig wesentlich flüssiger.

Poltern

Störung des Redeflusses durch überhastetes Sprechen mit wenigen Pausen, undeutliche Aussprache, Nuscheln, ungeordnete Erzählweise. Häufig finden sich die Auffälligkeiten auch in der Handschrift des Patienten wieder, nämlich in Form einer sehr unleserlichern Schreibweise. In der Therapie wird an der Eigenwahrnehmung gearbeitet, ein großer Bestandteil ist die Reduzierung des Sprechtempos sowie die genaue Aussprache.

Hörstörungen

Bei organischen Hörstörungen, also bei Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit, können durch medizinische Geräte wie Hörgeräte oder Cochlear-Implantate die Hörfähigkeit und damit die Sprachfähigkeit erhalten werden.
Für eine Optimierung der Leistungen ist ein Hörtraining für den Patienten wichtig, um die neuen, erst einmal ungewohnten Höreindrücke richtig zuzuordnen und die Sprachlaute zu erkennen und zu unterscheiden. Gerade bei spätertaubten Patienten, die ein Cochlear-Implantat tragen, ist das „neu“ Hören lernen von größter Wichtigkeit, da sich das Hören mit dem Cochlear-Implantat von den früheren Höreindrücken des Patienten stark unterscheidet, sich also vieles ganz anders anhört als gewohnt.
Im weiteren Verlauf wird das Erkennen und Unterscheiden von Sprachlauten trainiert und darauf aufbauend die Förderung der Sprachproduktion in Form von Artikulationsübungen, Wortschatzaufbau und Förderung der Grammatik beabsichtigt.

Rhinophonie / Lippen-Kiefer-Gaumenspalten

Es wird unterschieden zwischen Geschlossenem Näseln (klingt verschnupft, der Luftstrom kommt verstärkt durch den Mund statt durch die Nase; die Nasallaute [M], [N], [G] sind betroffen, oft eine Angewohnheit, die man umtrainieren kann) und Offenem Näseln (bei allen Lauten entweicht zuviel Luft durch die Nase anstatt durch den Mund; diese Sprechstörung findet man insbesondere im Zusammenhang mit Lippen-, Kiefer-, und Gaumenspalten). Bei Erwachsenen mit einer operierten Lippen-Kiefer-Gaumenspalten treten oft myofunktionelle Probleme in Form von leichtem Lispeln, falschem Schluckmuster, Globusgefühl und Enge im Hals, Verhaltensweisen wie Räuspern, funktionell bedingten Stimmstörungen und Hochatmung auf.
In der Therapie wird eine physiologische Stimmgebung basierend auf Körperwahrnehmung, Tonus- und Atemregulierung gefördert, darüber hinaus kann die Artikulation verbessert werden und ein Myofunktionelles Training durchgeführt werden.

Laryngektomie

Bei einer Laryngektomie wird aufgrund einer schwerwiegenden Erkrankung ein Teil des Kehlkopfes oder der gesamte Kehlkopf operativ entfernt. Der Kehlkopf trennt normalerweise den Speiseweg vom Luftweg und ist zuständig für die Erzeugung unserer Stimme. Da nach der Operation diese Aufgaben nicht mehr erfüllt werden können, wird die Speiseröhre operativ an den Rachen angeschlossen und die Luftröhre wird in eine Atemöffnung am Hals, das so genannte Tracheostoma, geleitet.
In der Therapie geht es um den Aufbau einer Ersatzstimme. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Es können elektronische Stimmhilfen zum Einsatz kommen oder eine Ösophagusersatzstimme angebildet werden (Der Patient lernt dabei, Luft bewusst in die Speiseröhre zu drücken und diese für die Bildung von Lauten zu nutzen).